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Das Problem: Erkältungen, Grippe und Atemwegserkrankungen

Eine verstopfte, verschleimte oder laufende Nase gehört zu den häufigsten Beschwerden bei einer Erkältung, an der viele Menschen jedes Jahr ein- oder mehrmals erkranken. Eine verstopfte Nase behindert die für unsere Gesundheit und das Wohlbefinden so wichtige Nasenatmung. Während der Einatmung wird die Luft bei der Passage durch die Nase erwärmt, befeuchtet und von Staubpartikeln und für uns unsichtbaren schädlichen Schwebestoffen gereinigt. Der abgefangene Schmutz wird im Nasenschleim weiter befördert. Das bereitet die Atemluft für einen ungehinderten Gasaustausch in den Lungen vor. Die Atmung durch den Mund kann all das nicht in gleichem Maß leisten. Bei Mundatmung verflacht die Atmung. Die unangenehmen Folgen einer anhaltenden Mundatmung sind eine Austrocknung der Schleimhäute sowie eine dadurch bedingte größere Anfälligkeit für Infektionen und Entzündungen.

Bei einer Erkältung oder Grippe gesellen sich zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut oft Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden hinzu, sowie Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Niesen. Erkältungen sind die häufigste akute Erkrankung des Menschen. Sie sind eng an die jahreszeitlichen Temperaturänderungen gekoppelt. Die Ursache von Erkältungen und Grippe ist eine Infektion mit Viren, für die besonders eine ausgetrocknete Schleimhaut empfänglich ist.

Die gefährlichste dieser Infektionskrankheiten ist die Influenza oder Virusgrippe – eine schwere Atemwegsinfektion, die durch die hochansteckenden Influenzaviren hervorgerufen wird. Diese Erreger infizieren jedes Jahr im Winter einen großen Teil der sozial aktiven Bevölkerung, der noch nicht immun gegen die Erreger ist. Eine Grippewelle dauert gewöhnlich 6-8 Wochen (Aktuelle Berichte zur Influenza in Deutschland). Die Symptome der Influenza beginnen schlagartig von einer Stunde auf die andere mit schwerem Krankheitsgefühl und ziehen den gesamten Organismus in Mitleidenschaft: Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Frösteln, Schweißausbrüche, Abgeschlagenheit, Fieber über 38,4°C, Atemwegsbeschwerden mit quälendem Husten und Halsschmerzen (Ausführliche Information zur Influenza).

Die beste Vorbeugemaßnahme ist die Grippeschutzimpfung, die allerdings jedes Jahr im Herbst erneut vorgenommen werden muss.

Die rechtzeitige Einnahme des neuentwickelten Neuraminidasehemmers Oseltamivir hemmt die Vermehrung der Influenzaviren beim Menschen sehr wirkungsvoll. Je eher das Medikament (Tamiflu®) nach Ausbruch der ersten Symptome eingenommen wird, desto milder verläuft die Erkrankung und desto schneller wird sie überwunden.

Die Wirksamkeit ist aber auf eine Einnahme innerhalb der ersten 24-48 Stunden nach der Infektion beschränkt. Neuraminidasehemmer können auch prophylaktisch eingenommen werden, z. B. nach Kontakt mit einem Influenzakranken (Akute Behandlung der Influenza mit Neuraminidasehemmer).

Die anderen durch Erkältungsviren ausgelösten Erkrankungen beginnen langsamer und verlaufen nicht so schwer. Im Gegensatz zu Grippeviren gibt es gegen Erkältungsviren keinen Impfschutz. Mehr als 200 verschiedene Arten von Erkältungsviren können die Erkrankungssymptome beim Menschen hervorrufen. Einer der häufigsten Erreger von Erkältungen sind Rhinoviren. Sie sind so winzig klein, dass auf dem Kopf einer Stecknadel 500 Millionen von ihnen Platz haben. Wenn ein Erkrankter niest, verbreitet er ein Aerosol von feinen Schleimtröpfchen mit genügend Viren, um ein ganzes Regiment zu infizieren.

Die akute Erkrankung führt nicht selten zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), die chronisch werden kann und dann meist auf einer nachfolgenden Infektion mit Bakterien oder Pilzen beruht. Auch eine Bronchitis gesellt sich nicht selten hinzu und mitunter sogar eine Lungenentzündung.

Viele hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind jedes Jahr Erkältungen, der Grippe und anderen Erkrankungen der Atemwege ausgesetzt. Unsere zunehmende Reisetätigkeit und Mobilität unterstützt die Ausbreitung der Grippe- und Erkältungsviren über den gesamten Erdball. Unsere heutige Lebensweise trägt auch zu einer größeren Empfänglichkeit für Atemwegserkrankungen durch eine chronische Reizung der Atemwege bei. Der häufige Aufenthalt in sehr trockner Luft (z. B. in überheizten Räumen im Winter) oder in zu feuchten, schlecht gelüfteten Wohnungen mit Schimmelpilzbefall, in mit Zigarettenrauch, Rußpartikeln, Abgasen, Holz-, Stein-, Metall- oder anderen Stäuben, Chemikalien oder Lösungsmitteln verunreinigter Luft reizt und schädigt die empfindlichen Schleimhäute der Atemwege. Verbunden mit der modernen Lebensweise ist auch eine Zunahme von Allergien auf Pollen, Hausstaub und andere Substanzen. All das führt zu einer jährlich wachsenden Anzahl von Menschen, die wegen ihrer Atemwegsbeschwerden Hilfe suchen. Die übliche ärztliche Behandlung besteht in der Gabe von die Nasenschleimhaut abschwellenden Medikamenten, Nasensprays und Nasentropfen, Antiallergica, Schmerzmitteln und Antibiotika. Viele dieser Mittel sind durchaus hilfreich und verringern die Beschwerden.

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